Nachlese zur Veranstaltung „Schwaches Herz und schwere Beine – Herzinsuffizienz und Beinödeme“ | Grönemeyer Institut für Mikrotherapie

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Nachlese zur Veranstaltung „Schwaches Herz und schwere Beine – Herzinsuffizienz und Beinödeme“

Oftmals schleicht sie sich in unser Leben – die Herzinsuffizienz. Man ist müde und erschöpfter als sonst und bei Anstrengungen geht einem schneller die Puste aus. Nach längerer Belastung werden die Beine schwer, schwellen an, das Herz rast. Alles Symptome, die vereinzelt hin und wieder vorkommen können, ohne dass es sich dabei um eine Erkrankung handeln muss. Doch treten sie regelmäßig und gemeinsam auf, kann das auf eine Herzinsuffizienz hinweisen. Schwere und geschwollene Beine können aber auch andere Ursachen haben, die unser Beinvenensystem betreffen. 
 

Der Problematik von geschwollenen Beinen nachzugehen und darüber aufzuklären, war Ziel des Vortragabends am Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum. Ein interessiertes Publikum folgte dem Eingangsvortrag von Marc Bonsels, Kardiologe am Grönemeyer Institut für Mikrotherapie, der sich mit Neuem und Bewährtem in der Herzinsuffizienz-Therapie beschäftigte. Ausführlich erläuterte er die Unterschiede zwischen Rechts- und Linksherzinsuffizienz und beschrieb mit Zeichnungen und viel Einsatz die Symptome und Selbstheilungsreaktionen des Körpers bei Herzschwäche. Welche Ursachen kann sie haben? Und wie begegnet man ihr in der Therapie? Auch darauf ging Marc Bonsels ein, indem er die zu beeinflussenden Faktoren der Herzfunktion erläuterte und die Mechanismen der medikamentösen Therapie eingehend erklärte. Warum ist die Einnahme eines Diuretikums sinnvoll und wann sollte ein AT₁-Antagonist verordnet werden? Neben den Antworten auf viele Fragen zum Thema Medikation verwies Marc Bonsels auf die Möglichkeiten der modernen Device-Therapie mit implantierbaren Defibrillatoren und Herzschrittmachern. Ein Ausflug in die neue Welt der Telemedizin mit ihren Möglichkeiten des proaktiven Patientenschutzes beendete schließlich mit einem positiven Ausblick auf vielversprechende zukünftige Behandlungsmöglichkeiten durch neue Medikamente den Vortrag. Die anschließende Fragerunde gab den Zuhörern die Möglichkeit, nachzuhaken und den Blick auf bestimmte Punkte zum Thema Herzinsuffizienz und schwere Beine zu richten.
 
Die gefäßchirurgische Perspektive auf geschwollene Beine konnte Dr. Daniele-Desdemona Walinger, niedergelassene Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie, in ihrem Vortrag vermitteln. Was ist eigentlich Varikose? Und woran erkenne ich eine Krampfader? „Das Wort Krampfader kommt von krumm, nicht von Krampf“, bringt es Dr. Walinger auf den Punkt. Mit klaren Worten nimmt sie die Zuhörer mit in die unterschiedlichen Ebenen des Venensystems und erläutert die Ursachen für Krampfadern. Auch die Folgen bei nicht behandelter Varikose zeigt sie auf und macht deutlich, dass es sich dabei auf Dauer nicht nur um ein kosmetisches Problem handelt, sondern zu ernsten Schäden wie Schwellung- und Ödembildung über Hautveränderungen bis hin zur chronischen Wundheilungsstörung wie dem Ulcus Cruris („offenes Bein“) führen kann.
Die Möglichkeiten konservativer und invasiver Therapie stellte die Gefäßchirurgin gegenüber und machte deutlich, dass die Betroffenen durch schnelles Eingreifen bei Hinweisen auf Varizenbildung und schweren Beinen stark profitieren. Doch einfach darf man sich als Mediziner/in die Diagnose nicht machen: für schwere Beine kann es viele Gründe geben. Die Herzinsuffizienz ist ein maßgeblicher. Aber auch ein Lymphödem oder eine Thrombose können Beine anschwellen lassen und zu Einlagerungen führen. Der eigentlichen Ursache auf den Grund zu kommen, ist die Kunst der interdisziplinären Medizin.
 

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